90-jähriges Jubiläum der LG Wahlen

Wahlen. Neun Jahrzehnte ist es jetzt her, dass es in Wahlen zum Brand eines Bauernhofes kam und es im Ort noch keine eigene Feuerwehr gab. Dieses schlimme Ereignis führte damals zur Gründung der Feuerwehr Wahlen. Jetzt wird der 90. Geburtstag am Freitag, 21. und Samstag, 22. September, mit einem Feuerwehrfest gefeiert.

„Seit Wochen ist ein Festausschuss damit beschäftigt, das Festprogramm vorzubereiten“, berichtet Löschgruppenführer Manfred Frontzek, der seit 2004 Leiter der Wahlener Wehr ist. Die setzt sich derzeit aus 28 Aktiven in der Einsatzabteilung, sechs Jugendfeuerwehrmitgliedern und fünf Inaktiven der Altersabteilung zusammen. Im Durchschnitt, so Hauptbrandmeister (HBM) Frontzek, fahre die Löschgruppe jedes Jahr 30 Einsätze.

Mit einem Tanklöschfahrzeug (TLF 2000), einem Löschfahrzeug (LF 10) und einem Mannschafts-Transportfahrzeug (MTF) ist die Löschgruppe technisch gut ausgerüstet. Neben dem Löschzug Kall und der Löschgruppe Sistig agiert die Wahlener Gruppe als die dritte Stützpunkt-Feuerwehr in der Gemeinde Kall.

Als die Feuerwehr 1928 nach dem vernichtenden Brand des Bauernhofes gegründet wurde, traten spontan 18 Männer der Wehr bei. Als erster Brandmeister (BM) übernahm Werner Diefenbach die Wehr. Als die damalige Staatsführung 1939 das gesamte Feuerwehrwesen umorganisierte, traten BM Diefenbach und sein Stellvertreter Hermann Bach, die die Wehr bis dahin erfolgreich geleitet hatten, zurück.

Nach der Neuordnung war die Wahlener Wehr der Amtsfeuerwehr Kall unterstellt worden. Neuer Brandmeister wurde Rochus Leyendecker, der Oberfeuerwehrmann (OFM) Johann Schmidt wurde Stellvertreter. Als 1939 fast alle aktiven Wehrmänner zum Wehrdienst einberufen wurden, übernahm OFM Schmidt die Wehr, in der nun Frauen, ältere Männer und Schulabgänger den Brandschutz übernahmen.

Bei schweren Bombenangriffen im Dezember 1944 wurden das Dorf und damit ein großer Teil der Feuerwehrausrüstung zerstört. Nach dem Krieg musste de Wehr wieder ganz von vorne anfangen, Brandmeister Leyendecker übernahm wieder das Kommando und konnte schon bald wieder über eine freiwillige Truppe von 18 Männern verfügen. Auch die Ausrüstung der Wehr verbesserte sich ständig. 1956 bekam die Feuerwehr die erste Tragkraftspritze (TS8). Nachdem BM Rochus Leyendecker 1961 aus gesundheitlichen Gründen aus dem aktiven Feuerwehrdienst ausgeschieden war, übernahm BM Hubert Wollenweber die Leitung, dessen Stellvertreter wurde OFM Hermann Schröder. Zwei Jahre später bekam die Wehr ein neues Gerätehaus und eine neue TS8 übergeben. Das erste Löschfahrzeug, ein gebrauchtes LF8 von der Amtswehr Kall, wurde im Jahr 1973 in Wahlen stationiert. Im August 1974 stand die Wiege der Jugendfeuerwehr bei der Wahlener Feuerwehr, die an Schlagkraft gewann, als sie 1976 ein nagelneues LF8 bekam.

Neues Gerätehaus seit 1982

1982 konnte die Löschgruppe, die inzwischen von Oberbrandmeister (OBM) Hermann Schröder geleitet wurde, am Pescherweg ein neues Gerätehaus einweihen und vier Jahre später ein neues TLF 16/25 in Betrieb nehmen. 1988 trat OBM Schröder von seinem Amt zurück. Nachfolger als kommissarischer Leiter wurde OBM Ludwig Breuer. 1989 wählte die Löschgruppe den HBM Norbert Leyendecker zum neuen Leiter. Als die Wehr im September 1993 ihr 65-jähriges Bestehen feierte, verfügte sie über 28 Aktive und acht Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Im Jahr 1994 übernahm HBM Werner Poensgen die Leitung der Löschgruppe. Er wurde 2004 von dem jetzigen Leiter HBM Manfred Frontzek abgelöst. Stellvertretende Löschzugführerin ist derzeit die HBM Kerstin Brandhoff.

An einen Brand erinnert sich HBM Frontzek ganz besonders. Es war am Morgen des 23. Januar 2002, als im Dorf eine Scheune in Flammen aufging. Zum Brandort zu fahren brauchte die Wehr nicht, denn die brennende Scheune stand gerade mal fünf Meter vom Gerätehaus entfernt. Im Herbst 2005 griffen die Mitglieder der Löschgruppe wochenlang zu Schaufel und Maurerkelle. In Eigenleistung erweiterten sie das Gerätehaus um einen weiteren Fahrzeug-Stellplatz und einen größeren Unterrichtsraum.

Aus kleinen Anfängen heraus hatte sich so im Lauf von nunmehr 90 Jahren eine leistungsstarke Feuerwehr entwickelt, die durch stetige Aus- und Weiterbildungen sowie Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule den stets steigenden Brandschutz-Anforderungen gerecht wird.

Das Fest beginnt am Freitag, 21. September, um 19 Uhr, im Gerätehaus mit einem Kommersabend für Feuerwehren, Vereine und geladene Gästen. Dem Kommers mit Ehrungen und Beförderungen folgt ein gemütlicher Dämmerschoppen. Am Samstag, 22.September, heißt es ab 14 Uhr am Gerätehaus „Spiele ohne Grenzen“. „Natürlich ist dabei viel Wasser im Spiel“, kündigt Hauptbrandmeisterin Kerstin Brandhoff einen großen Spaßfaktor an.

An der Olympiade können sich alle Ortsvereine sowie Gastwehren beteiligen. Nachmittags lädt die Wehr zu Kaffee und Kuchen. Die Siegerehrung der Olympiade erfolgt um 19 Uhr. Anschließend findet eine Ende-offen-Blaulicht-Party mit DJ Mac statt.

Wie Löschgruppenführer Manfred Frontzek bedauert, sind kaum Fotos der Wehr aus der früheren Vergangenheit vorhanden. Die Wehr sei deshalb auf der Suche nach alten Bildern. Wer solche alten Fotos von der Feuerwehr Wahlen besitze, könne sich gern bei ihm melden.

(Text: pp/Agentur ProfiPress, Foto: Reiner Züll/pp/Agentur ProfiPress)

4.367 Aktive
Mitglieder
2.892 Einsätze
316 Gerettete
Menschen
14 Gerettete
Katzen