Erweiterung des Gerätehauses

Wachendorf. Es war ein äußerst emotionaler Abend zum Auftakt der Wachendorfer Kirmes. Gestandene Männer wurden von ihren Gefühlen übermannt und dafür von ihren Feuerwehrkameraden und von den anwesenden Dorfbewohnern frenetisch bejubelt. Und über allem schwang der Stolz auf das in den vergangenen Monaten geleistete mit – und das zurecht.

In rund anderthalb Jahren haben die Wachendorfer nicht nur ihr Feuerwehrgerätehaus größtenteils in Eigenleistung erweitert, sondern das angrenzende Dorfgemeinschaftshaus gleich mit. Allein die Zahlen sind beeindruckend. 3.377 Stunden wurden ehrenamtlich reingesteckt, also ohne die Hilfe von professionellen Firmen. Löschgruppenführer Jörg Opielka hat diese Zeit mit dem ungefähren Stundensatz eines Gesellen verrechnet und kommt auf eine Summe von rund 135.000 Euro.

Bürgermeister lobt Leistung

Bei einer weiteren Zahl gilt: Nicht kleckern, sondern Klötzchen – denn der neue Boden im Saal des Dorfgemeinschaftshauses besteht aus 13.400 Einzelteilen, die im wahrsten Sinne des Wortes in mühevoller Kleinarbeit verlegt wurden.

 „Was hier geleistet wurde, ist großartig“, meinte dann auch Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick. Nur mit einer solchen Gemeinschaft könne ein Dorf funktionieren, deshalb sei ihm um Wachendorf nicht bange.

Mechernichs Wehrleiter Jens Schreiber sowie Löschgruppenführer Jörg Opielka ließen die vergangenen Jahre in Kurzform Revue passieren. 2012 hatte sein Vorgänger, so Schreiber, den Brandschutzbedarfsplan aufgestellt und bemerkt: Das Wachendorfer Gerätehaus muss dringend erweitert werden, denn es fehlt an Platz. Opielka präzisiert: „Mindestabstände wurden nicht eingehalten, außerdem war der Schulungsraum unterdimensioniert, mit 40 Leuten im Mannschaftsraum war es schon recht eng.“

Bürgermeister Schick erinnerte sich, dass es Pläne gab, das Gebäude komplett abzureißen und Häuser an die Stelle zu setzen, Feuerwehrgerätehaus und Dorfgemeinschaftshaus sollten dann am Ortsrand neu errichtet werden. Doch gemeinsam mit der Feuerwehr und dem Wachendorfer Ortskartell fiel die Entscheidung für die Erweiterung und damit den Umbau des gesamten Komplexes. Heute ist Schick froh darüber: „So ein Haus gehört ins Dorf, nicht an den Rand.“

Eigeninitiative führte zum Ziel

Doch wie sollte die Erweiterung aussehen? Auch hier wurden die Wachendorfer selbst tätig und erstellten einen Plan, dem die Stadt zustimmte unter der Prämisse, dass der Ausbau in Eigenleistung des Dorfes erfolgen sollte. Jörg Opielka (vorne re.) und Ortskartellvorsitzender Bernd Abel (vorne li.) nahmen das Projekt in die Hand und brachten es nun, anderthalb Jahre nach Umbaubeginn, auch zum Abschluss – der übrigens vorläufig ist, denn als nächstes wird noch das Gerätehaus noch um eine Garage für einen Mannschaftstransportwagen erweitert. Mit den Worten: „Bernd und ich haben unsere Mission fast beendet. Die Grundlage ist geschaffen, jetzt sind Sie dran“, schloss Opielka seine Rede und sprach die Dorfbevölkerung direkt an.

Bernd Abel nahm den Faden auf. „Wir versprechen uns eine große Bedeutung für den Ort, die Bürger sollen sich in dieser zentralen Begegnungsstätte wohlfühlen“, sagte er und sprach von einem Aushängeschild für ein kommunales Miteinander. Das zeigte sich auch durch die finanzielle Unterstützung aus dem Ort. Bei einer Haussammlung spendeten die Wachendorfer einen Geldbetrag im fünfstelligen Bereich. Das Unternehmen Innogy stiftete der Jugendfeuerwehr durch die Aktion „Aktiv vor Ort“ 2.000 Euro für Kleiderspinde und Elektromaterial.

Stadtjugendfeuerwehrwart Ingo Esser und Christian Heinrichs von der Kreisjugendfeuerwehr ehrten außerdem noch den Wachendorfer Jugendfeuerwehrleiter Jürgen Dissemond mit der Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Bronze für sein vorbildliches Engagement.

(Text und Fotos: Foto: Thomas Schmitz/pp/Agentur ProfiPress)

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